Sexueller Kindesmissbrauch

Im strafrechtlichen Sinn ist sexueller Kindesmissbrauch eine „Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung“. Sexuelle Handlungen an oder mit Kindern sind immer strafbar – auch dann, wenn sich das betroffene Kind (juristisch: eine Person unter 14 Jahren) scheinbar einverstanden gezeigt hat. Eine solche Einwilligung wäre nämlich deshalb bedeutungslos, weil ein Kind aufgrund seines Entwicklungsstandes einer solchen Handlung nicht verantwortlich zustimmen kann. Strafmündigkeit ist vom Gesetzgeber daher auch erst ab dem Alter von 14 Jahren vorgesehen.

Zu missbräuchlichem Verhalten zählen sowohl direkte sexuelle Kontakte mit den Genitalien des Kindes, als auch Handlungen, die das Kind zwingen, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen, beispielsweise im Zusammenhang mit der Herstellung von Missbrauchsabbildungen. Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind insbesondere dann strafbar, wenn bestimmte Umstände hinzukommen: falls der Täter eine Zwangslage oder ein Schutz- und Obhutsverhältnis ausnutzt oder wenn das Opfer – etwa aufgrund einer Behinderung – widerstandsunfähig ist bzw. eine sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung vorliegt.

Den vorliegenden Daten zufolge sind ungefähr 40 Prozent der Taten sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen auf einen pädophilen Motivationshintergrund zurückzuführen. Etwa 60 Prozent der sexuellen Übergriffe sind sogenannte Ersatzhandlungen. Das heißt, die Täter sind eigentlich sexuell auf erwachsene Sexualpartner ausgerichtet, begehen aber Kindesmissbrauch, beispielsweise aufgrund einer Persönlichkeitsstörung. Nicht jeder Pädophile begeht sexuellen Kindesmissbrauch und nicht jeder Sexualstraftäter ist pädophil.

Der größte Anteil sexueller Übergriffe an Kindern und Jugendlichen ist polizeilich nicht bekannt. Da diese Taten nicht von der Kriminalstatistik erfasst werden und somit im Dunkeln verbleiben, bezeichnet man sie als Missbrauch im sogenannten Dunkelfeld. Der Anteil der Taten im Dunkelfeld ist um ein Vielfaches höher, Schätzungen zufolge mindestens achtmal so hoch, als der Anteil justizbekannter Taten, die als Taten im so genannten Hellfeld bezeichnet werden. Zwar ist der Anteil von Kinderpornografiedelikten an allen Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Hellfeld nach wie vor gering, dennoch verzeichnen die polizeilichen Kriminalstatistiken einen deutlichen Anstieg für diese Gruppe von Straftaten. Es muss auch hier davon ausgegangen werden, dass der Konsum von Missbrauchsabbildungen im Internet überwiegend im Dunkelfeld stattfindet.

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Auch nicht im Netz.
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