TROUBLED DESIRE wurde am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité entwickelt und ist ein Webbrowser-basiertes Selbsthilfeprogramm für Menschen, die sich sexuell zu Kindern oder/und Jugendlichen in der beginnenden Pubertät hingezogen fühlen. Vor zwei Jahren ging das Online-Management-Tool an den Start. Hier werden anonym und kostenlos Diagnostik und Behandlung in mittlerweile sieben Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Marathi, Portugiesisch, Französisch und Türkisch) angeboten. Bis Ende des Jahres soll das Programm in insgesamt zehn Sprachen verfügbar sein. Das Angebot wird weltweit rege genutzt: Es wurden in den letzten zwei Jahren 5400 Interviews gestartet, 2800 davon komplett abgeschlossen. Es kommen etwa 1600 Besucher pro Monat (aus inzwischen ca. 80 Ländern) auf die Seite www.troubled-desire.com und bleiben im Schnitt drei Minuten hier.

Prof. Klaus M. Beier, Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Charité: „Die verursacherbezogene Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch muss zu einem sichtbaren Angebot führen, und es muss von den Betroffenen niedrigschwellig in Anspruch genommen werden können. Die Pädophilie betrifft rund ein Prozent der männlichen Bevölkerung, damit sind etwa 250.000 Männer in Deutschland betroffen. Missbrauchsabbildungen werden international genutzt – so ist in der Europäischen Union bezogen auf 500 Millionen Einwohner von 1,5 Millionen Betroffenen auszugehen. Nicht verwunderlich also, dass die Anzahl verfügbarer Missbrauchsabbildungen steigt. Entsprechend den Erhebungen der Internet-Watch-Foundation haben sich die Webseiten mit Missbrauchsabbildungen seit 2010 mit insgesamt 1.351 Webseiten auf 105.047 Webseiten im Jahr 2018 verhundertfacht. Deshalb müssen Angebote wie TROUBLED DESIRE unbedingt ausgebaut und finanziell sowie politisch gefördert werden.“

www.troubled-desire.com